Aktuelle Meldungen

15.06.2018

Leistungssteigerung ermöglicht Nutzercommunity High Speed Netzanbindung von bis zu 200 Gbit/s



Gut gerüstet in die Zukunft


Leistungssteigerung im Deutschen Forschungsnetz (DFN) ermöglicht Nutzercommunity High Speed Netzanbindung von bis zu 200 Gbit/s

Exzellente Forschung und Lehre brauchen ein effizientes und zukunftsfähiges Wissenschaftsnetz. Dank seiner kontinuierlichen Weiterentwicklung und seines Ausbaus auf höchstem technischem Niveau gehört das Wissenschaftsnetz X-WiN zu den leistungsfähigsten Kommunikationsnetzen weltweit. Die stabile, sichere und vor allem schnelle Übertragung großer Datenmengen spielen insbesondere im Bereich High Performance Computing (HPC) oder Clustercomputing eine wichtige Rolle.

Mit einer in zwei Stufen geplanten Leistungssteigerung ermöglicht der DFN-Verein seinen Nutzern ein erhebliches Upgrade ihrer Bandbreiten. So profitieren bereits einige DFN-Nutzer wie das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in Garching, das Forschungszentrum Jülich (FZJ) sowie das Hochleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS) von High-Speed-Netzanschlüssen bis zu 200 Gbit/s. Ziel dieser im Gauss Centre for Supercomputing (GCS) zusammengeschlossenen Einrichtungen ist es unter Anderem, ihre Höchstleistungsrechner in einer einheitlichen Umgebung zu vernetzen.

Rasante Steigerung des transferierten Datenvolumens

Die Wachstumsrate des transferierten Datenvolumens des X-WiN beträgt derzeit mehr als 34 Prozent pro Jahr. Der Spitzenwert des Datenvolumens lag im Mai dieses Jahres bei insgesamt 62 Petabyte (PB) pro Monat. Das entspricht in etwa 85 Millionen CDs, die aneinandergereiht einer Strecke von 430 km ergeben. Auf das rasante exponentielle Wachstum des Datenvolumens reagiert der DFN-Verein mit einer nachhaltigen Strategie der Leistungssteigerung im X-WiN. Ziel ist es dabei, nicht nur die Kapazitäten für weiteres Bandbreitenwachstum zu schaffen, sondern auch die Kosteneffizienz weiter zu erhöhen.

Die Leistungssteigerung beinhaltet vor allem die entgeltneutrale Erhöhung der Bandbreiten für die Teilnehmer des Dienstes DFNInternet. Ihre Basis bilden unter Anderem neue Teilnehmeranbindungen, die das Wissenschaftsnetz erweitern und leistungsfähiger machen. Nach dem Abschluss der Umsetzung der Leistungssteigerung im kommenden Jahr werden über 800 an das X-WiN angebundene Einrichtungen von den Verbesserungen profitieren.

Innovative modifizierte Netzarchitektur und neuartige Transpondertechnik

Ermöglicht wird das Upgrade durch eine innovative modifizierte Netzarchitektur (50 IP-Router und 70 Switches wurden dafür neu in Betrieb genommen) sowie den Einsatz einer neuartigen DWDM (Dense Wavelength Division Multiplexing)-Transpondertechnik (200G-Muxponder) auf der optischen Plattform. Mit 88 Wellenlängen je Faserstrecke und 200 Gbit/s je Wellenlängenkanal – das ergibt eine maximal mögliche Bandbreite von 17,6Tbit/s – ist die neue Transpondergeneration wirtschaftlicher, energieeffizienter und kompakter als ihre Vorgänger. So können zwischen den DWDM-Systemen an den Kernnetz-Standorten eine sehr große Anzahl an Verbindungen aus einem nahezu unerschöpflichen Vorrat an Bandbreite geschaltet werden. Diese erheblichen Kapazitätsreserven sorgen auf lange Sicht für einen nachhaltigen Einsatz. Ein weiterer wichtiger Vorteil der modifizierten Netzarchitektur ist zudem, dass Nutzer des X-WiN wesentlich besser gegen Denial of Service (DoS)-Vorfälle geschützt werden können.

Mit der technischen, betrieblichen und wirtschaftlichen Weiterentwicklung des X-WiN und weiterem bedarfsgerechten Ausbau der Übertragungskapazität im Kernnetz ist der DFN-Verein für die vielfältigen Herausforderungen und wachsenden Bedarfe seiner Nutzer für die Zukunft bestens gerüstet.