Aktuelles
DFN-Infobrief Recht Ausgabe September 2019 erschienen
71. DFN-Betriebstagung
NHR-Strategieausschuss nimmt Arbeit auf
DFN-Mitteilungen: Ausgabe Nr. 95
Karriere beim DFN
Leistungssteigerung ermöglicht Nutzercommunity High Speed Netzanbindung von bis zu 200 Gbit/s

Aktuelle Meldungen

10.04.2019

NHR geht an den Start



DFN-Verein betreut neue NHR-Geschäftsstelle in der Gründungsphase

 

Am 1. April 2019 nahm die Geschäftsstelle des Strategieausschusses für Nationales Hochleistungsrechnen (NHR) ihre Arbeit auf. Als einer der zentralen Akteure der nationalen Forschungsinfrastrukturen erklärte sich der DFN-Verein auf Anfrage der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) bereit, diese in der Gründungsphase des künftigen NHR-Verbunds im Verein anzusiedeln und damit den Aufbau zu unterstützen. Das gemeinsam vom BMBF und dem DFN-Verein initiierte Projekt mit dem Titel „Geschäftsstelle für den Strategieausschuss in der Gründungsphase des NHR“ hat eine Laufzeit von zwei Jahren.

In vielen Wissenschaftsbereichen ist der Einsatz von Hochleistungsrechnern mittlerweile unverzichtbar, beispielsweise in Simulationsverfahren der Grundlagen- und Klimaforschung oder der Material- und Lebenswissenschaften. In der anwendungsorientierten Forschung sind die Bereiche Künstliche Intelligenz (KI) und Big Data auf HPC-Infrastrukturen angewiesen.

Um der zunehmenden Bedeutung und der steigenden Nachfrage nach Hochleistungsrechnen gerecht zu werden, hat sich die GWK im Herbst 2018 auf die gemeinsame Förderung eines koordinierten Verbundes des NHR durch Bund und Länder verständigt. Ziel ist es, die Rechenzentren der Ebene 2 in einer gemeinsamen Struktur zusammenzufassen und ein zukunftsfähiges Netzwerk von Hochleistungsrechnern zu errichten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler  der deutschen Hochschulen sollen somit deutschlandweit  und  bedarfsgerecht  auf  die  für  ihre  Forschung  benötigte  Rechenkapazität  zugreifen  können. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Stärkung der Methodenkompetenz durch koordinierte Aus-  und Weiterbildung der Nutzerinnen  und  Nutzer  sowie  insbesondere des  wissenschaftlichen  Nachwuchses. Die GWK folgt damit den Empfehlungen des Wissenschaftsrats von 2015 zur Finanzierung des Nationalen Hoch- und Höchstleistungsrechnens (NHR).

Insgesamt stellen Bund und Länder bis zu 62,5 Millionen Euro jährlich bereit. Geplant ist ein Förderzeitraum von grundsätzlich zehn Jahren, eine Weiterförderung ist möglich. Zwischenevaluierungen der Zentren und des NHR-Verbundes sind ebenfalls vorgesehen. Die Aufnahme in die Förderung soll in einem wettbewerblichen und wissenschaftsgeleiteten Auswahlverfahren in mehreren Runden erfolgen. Um die Einzelheiten des Verfahrens zu erarbeiten, wird die GWK einen Strategieausschuss einsetzen, dem sowohl wissenschaftliche Mitglieder als auch Vertreterinnen und Vertreter von Bund und Ländern angehören. Der Ausschuss wird unter anderem Empfehlungen zum Ausschreibungskonzept und den Förderkriterien, zur Evaluierung und Auswahl der NHR-Zentren sowie zu den zukünftigen Strukturen aussprechen. Die Begutachtung der Anträge der Zentren wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) erfolgen. Auf dieser Basis empfiehlt der Strategieausschuss der GWK Zentren zur Förderung. Die ersten NHR-Zentren werden voraussichtlich bis 2020 ermittelt.

Vorgesehen ist, dass die GWK in ihrer Sitzung am 3. Mai 2019 die wissenschaftlichen Mitglieder des Strategieausschusses beruft und die Vertretungen von Bund und Ländern bestellt. Die Geschäftsstelle wird den Strategieausschusses in der zweijährigen Gründungsphase des NHR-Verbunds bei seiner Arbeit administrativ unterstützen.