Virtuelle Großgeräte

Virtuelle Großgeräte für genauere Beobachtungen

Die Instrumente wissenschaftlicher Beobachtung haben stets ihre inherenten Grenzen. In machen Fällen lassen sich diese Grenzen überwinden, indem gleichzeitig mit mehreren Instrumenten dasselbe Phänomen beobachtet wird und die Messergebnisse anschließend synchronisiert ausgewertet werden.

Die Astronomie ist dafür ein gutes Beispiel: Wenn mehrere Teleskope gleichzeitig ein Objekt anvisieren und die Daten anschließend in einer Auswertungsstation (Korrelator) zeitlich synchronisiert ausgewertet werden, dann erreichen die Resultate ein Detailreichtum, der die Möglichkeiten jedes einzelnen Teleskopes weit überschreitet. Radioastronomen haben dazu z. B. die Verfahren der Very Long Baseline Interferometrie (VLBI) oder des Low Frequency Array (LOFAR) entwickelt.

Bei diesen Verfahren fallen Datenmengen im Bereich von Gigabit/s und mehr pro Beobachtungsstation an. Durch die Nutzung der Wissenschaftnetze kann heute die Datenübertragung und korrelierte Auswertung der Beobachtungen nahezu in Echtzeit erfolgen. Da es sich um eine vorher festgelegte Anzahl an Kommunikationspartnern mit einem vergleichsweise hohen Kommunikationsbedarf handelt, haben die beteiligten Forschungsnetze für VLBI und LOFAR jeweils Virtuelle Private Netze eingerichtet und diese in einem internationalen Verbund zusammengeschaltet.

     aktualisiert am: 22.10.2019 |