Mehr Resilienz im X-WiN: direktes Peering mit NORDUnet in Betrieb
15. April 2026
Redundante Anbindungen zur Erhöhung der Resilienz zählen zu den zentralen Strategien im Wissenschaftsnetz. Aus diesem Grund plant der DFN-Verein vermehrt direkte Peerings mit benachbarten Forschungsnetzen. Nach dem Peering mit dem polnischen Forschungsnetz PCSS im September 2025, hat der DFN-Verein nun gemeinsam mit dem nordischen regionalen Forschungsnetzverbund NORDUnet – einem Zusammenschluss der Forschungsnetze DeiC (Dänemark), Funet/CSC (Finnland), RHnet (Island), Sikt (Norwegen) und Sunet (Schweden) – eine weitere direkte Peering-Verbindung erfolgreich in Betrieb genommen. Mit einer Anschlussbandbreite von 100 Gbit/s werden die Netzinfrastrukturen am X-WiN-Kernnetzknoten in Hamburg zusammengeführt.

Digitaler Ankerplatz Hamburg: Mit der neuen 100-Gbit/s-Anbindung am X-WiN-Knoten rücken die Forschungsstandorte in Deutschland und Nordeuropa technisch noch enger zusammen.
Private Network Interconnections (PNIs) bezeichnen die direkte Kopplung von Routern zweier Peering-Partner und schaffen damit dedizierte, vom öffentlichen Internet unabhängige Verbindungen. Ziel ist es, den Datenverkehr effizienter zu leiten, Latenzen zu reduzieren und Paketverluste zu minimieren. Durch diese direkten Peerings lassen sich insbesondere Verfügbarkeit und Antwortzeiten signifikant verbessern.
Gleichzeitig erhöhen PNIs die Resilienz der Netzarchitektur: Durch zusätzliche, voneinander unabhängige Übergabepunkte entstehen redundante Leitungen, über die der Verkehr bei Störungen automatisch umgeleitet werden kann. Für teilnehmende Einrichtungen im X-WiN bedeutet das eine höhere Verfügbarkeit und stabile Antwortzeiten – auch bei Ausfällen im Netz.
Die neue Anbindung an NORDUnet ergänzt den bestehenden Übergang zum europäischen Forschungsnetz GÉANT. Dieses verbindet die nationalen Forschungsnetze (National Research and Education Networks, NRENs) in Europa miteinander und schafft die Anbindung an weltweite Forschungsnetze. Neben den bestehenden GÉANT-Anschlüssen des X-WiN mit einer Gesamtkapazität von 800 Gbit/s steht nun ein zusätzlicher Übertragungsweg bereit.