Kanzlerinnen und Kanzler deutscher Hochschulen zu Gast beim DFN-Verein
29. April 2026

Dialog und Vernetzung: Der Austausch kam beim DFN-Diskussionsforum der Kanzlerinnen und Kanzler nicht zu kurz. Foto: Jürgen Aloisius Morgenroth
Am Montag und Dienstag, 27. und 28. April 2026, kamen in Berlin Hochschulleitungen aus ganz Deutschland beim DFN-Diskussionsforum der Kanzlerinnen und Kanzler zusammen, um gemeinsam aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen der Digitalisierung in Bildung und Forschung zu diskutieren.
Nach einer herzlichen Begrüßung der Teilnehmenden durch die DFN-Vorstandsmitglieder Prof. Dr.-Ing. Stefan Wesner und Christian Zens eröffnete Friederike Dahns, Abteilungsleiterin für Cyber- und Informationssicherheit im Bundesministerium des Innern die Veranstaltung mit ihrer Keynote „Wissen schützen: Wissenschaft im Zeitalter von Cybersicherheit und digitaler Souveränität“. Damit setzte sie den thematischen Schwerpunkt des diesjährigen Treffens. Sie verdeutlichte, dass sicheres Handeln im digitalen Raum ein Kernaspekt digitaler Souveränität ist. Für Hochschulen und Forschungseinrichtungen bedeute dies, ihre IT-Infrastruktur so abzusichern, dass innovative Erkenntnisse und hochwertige Forschungsdaten vor Ausspähung und Manipulation geschützt sind. Sicherheit sei damit kein Gegensatz zur Freiheit der Wissenschaft, sondern eine Voraussetzung.
„Digitale Souveränität bedeute auch, Wissen und Kompetenzen in den eigenen Einrichtungen nicht systematisch abzugeben.“
Daran knüpfte Prof. Dr. Wolfgang Hommel, leitender Direktor des Forschungsinstituts Cyber Defence der Universität der Bundeswehr München, am zweiten Tag der Veranstaltung an: Er mahnte, dass das hohe Gut der Freiheit von Forschung und Lehre mit Verantwortung einhergeht – und sowohl hochschulweite sowie hochschulübergreifende Strategien, Prioritäten und Ressourcen erfordert. Digitale Souveränität bedeute auch, Wissen und Kompetenzen in den eigenen Einrichtungen nicht systematisch zugunsten kommerzieller Dienstleistungen abzugeben.
Im Anschluss betrachteten DFN-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Helmut Reiser und Dr. Christian Grimm, Geschäftsführer des DFN-Vereins, die Resilienz von Infrastrukturen und Diensten im Verein. Am Beispiel DFN-Security erläuterten sie, wie der DFN-Verein die Einrichtungen bei der Erhöhung ihres IT-Sicherheitsniveaus unterstützt. Ergänzend hoben sie die Bedeutung kooperativer Ansätze hervor, um gerade auch kleine Einrichtungen vor der Bedrohung durch Cyberangriffe besser zu schützen.
„Regulierung und Realität auf Kollisionskurs?“
Dr. jur. Jan K. Köcher, Prokurist der DFN-CERT Services GmbH beleuchtete die gesetzlichen Anforderungen an die Cybersicherheit im Hochschulbereich und beschrieb das Spannungsfeld zwischen föderaler Regulierung und technischer Realität. Die juristische Einordnung auf das Thema digitale Souveränität lieferte die Forschungsstelle Recht im DFN: In der nachfolgenden Session gingen die wissenschaftlichen Mitarbeitenden Anna Maria Yang-Jacobi und Philipp Schöbel auf die Themen digitale Hochschulzeugnisse, die europäische KI-Regulierung sowie die Reform des europäischen Datenrechts ein.
Ein herzlicher Dank geht an alle Vortragenden, die die Veranstaltung mit ihrer Expertise und fundierten Einblicken bereichert haben, sowie an die zahlreichen Teilnehmenden für die konstruktiven Diskussionen, den Austausch und die wertvollen Impulse. Diese tragen dazu bei, dass wir unser Netz und unsere Dienste noch besser auf die Bedarfe der teilnehmenden Einrichtungen am Wissenschaftsnetz weiterentwickeln können. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in zwei Jahren!
Impressionen vom DFN-Diskussionsforum der Kanzlerinnen und Kanzler in Berlin
Fotos: Jürgen Aloisius Morgenroth und DFN-Verein