Kurs auf Merkur: DFN unterstützt die BepiColombo-Mission von ESA und JAXA
Was hat eine Reise zum Merkur mit dem Wissenschaftsnetz X-WiN zu tun? Eine ganze Menge, denn auch leistungsfähige Forschungsnetze sind hier gefragt.

Die Raumsonde BepiColombo auf dem Weg zum Merkur. Für die bevorstehende komplexe Ankunftssequenz wurden die Solar-Elektroantriebe abgeschaltet. Foto: ©ESA
3. September 2026
Die BepiColombo-Mission der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und der Japanischen Raumfahrtagentur (JAXA) geht heute in die entscheidende Phase. Nach acht Jahren im All erreicht die europäische Raumsonde den Planeten Merkur. Der Livestream der Ankunftsphase startet ab 13:45 Uhr. Merkur gehört zu den kleinsten und am wenigsten erforschten Planeten des inneren Sonnensystems. Das Gemeinschaftsprojekt untersucht unter anderem die Merkur-Oberfläche sowie die Einflüsse von Sonnenwinden. Bei dem einzigartigen Raumfahrtprojekt spielt auch das Wissenschaftsnetz X-WiN des DFN-Vereins eine wichtige Rolle.
Für eine Mission dieser Größenordnung ist eine leistungsfähige und sichere Kommunikationsinfrastruktur mit ausgezeichneter Verfügbarkeit unverzichtbar. Die Verbindung zwischen ESA und JAXA führt dabei über mehrere internationale Forschungsnetze (NRENs): Vom European Space Operations Centre (ESOC) der ESA in Darmstadt wird der Datenverkehr über das X-WiN zu den Übergängen in Frankfurt am Main und Hamburg geleitet. Über das europäische Forschungsnetz GÉANT und das japanische Wissenschaftsnetz SINET gelangt er schließlich zum Tsukuba Space Centre der JAXA.
Das Beispiel zeigt, welche Bedeutung Forschungsnetze für die internationale Wissenschaft haben: Sie verbinden Hochschulen und Forschungseinrichtungen über Ländergrenzen hinweg und ermöglichen den schnellen und sicheren Datenverkehr – die Grundlage für weltweite Forschungskooperationen.

Die Grafik zeigt die verschiedenen Vorbeiflüge während der Reise und gibt einen Überblick über wichtige Stationen und Eckdaten der Mission. Grafik: © ESA
Auf dem Weg zum Merkur: BepiColombo startete am 20. Oktober 2018 mit einer Ariane-5-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana. Um den Merkur zu erreichen, nutzt die Raumsonde die Anziehungskraft von Erde, Venus und Merkur und kombiniert sie mit dem Schub ihres elektrischen Antriebs. Ende 2026 soll BepiColombo den Merkur erreichen. Dann wird sich der aus mehreren Komponenten bestehende Verbund aufteilen: Der Mercury Planetary Orbiter (MPO) der ESA und der Mercury Magnetospheric Orbiter (Mio) der japanischen Raumfahrtagentur JAXA werden getrennte Umlaufbahnen um den Merkur einnehmen.
Weitere Informationen:
Zum Livestream der ESA (ab 13:45 Uhr CEST):
Zum Livestream auf youTube
Hintergrundinformationen zur BepiColombo-Mission:
Mehr Informationen beim DLR