Starke Zusammenarbeit – DFN und SURF setzen Spectrum Sharing erfolgreich um
Die gemeinsam geplanten vier Spectrum-Sharing-Verbindungen vom DFN-Verein und von SURF sind in Betrieb gegangen. Sie erhöhen die Resilienz beider Netze und ermöglichen eine flexible und nachhaltige Nutzung bereits bestehender Infrastruktur.
8. September 2026

Zwei NRENs, ein Team und eine tolle Zusammenarbeit: Gemeinsam haben der DFN-Verein und das niederländische Forschungsnetz SURF die wichtigen Spectrum-Sharing-Strecken realisiert. Foto: Tristan Suerink, Nikhef

Strategisch gewählt: Mit den starken internationalen Peering-Standorten in Frankfurt am Main und Amsterdam wird die Resilienz beider Netze erheblich gesteigert.
Der DFN-Verein und das niederländische Forschungsnetz SURF haben ihre Vereinbarung zum Spectrum Sharing mit Erfolg umgesetzt und teilen sich nun auf insgesamt vier Glasfaserstrecken optisches Spektrum. SURF stellt dem DFN-Verein auf den Strecken Amsterdam–Hamburg und Amsterdam–Aachen Wellenlänger zur Verfügung. Im Gegenzug gewährt der DFN-Verein auf den Verbindungen Hamburg–Frankfurt und Frankfurt–Aachen Zugriff auf sein Spektrum.
Resilienz stärken!
Bereits Anfang Juli wurde die erste direkte länderübergreifende Anbindung mit 800 Gbit/s zwischen den Kernnetzstandorten Hamburg und Amsterdam in Betrieb genommen. Ziel beider Partner ist es, Peering-Standorte im jeweiligen Nachbarland zu etablieren. Damit entstehen zusätzliche internationale Übergabepunkte, die die Resilienz beider Netze stärken und alternative Übertragungswege schaffen. Fällt eine Verbindung oder ein Standort aus, kann der Datenverkehr über andere Wege geführt werden. Darüber hinaus werden vorhandene Infrastrukturen effizienter und flexibler genutzt.
Beim Spectrum Sharing nutzen Partner eine bestehende Glasfaserinfrastruktur gemeinsam, während beide ihre eigene optische Übertragungstechnik betreiben und damit technisch und betrieblich unabhängig bleiben. So lassen sich bestehende Ressourcen besser ausschöpfen, ohne dass jeweils neue Infrastruktur aufgebaut werden muss. Das hat nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern schafft auch Spielraum für zusätzliche Kapazitäten und neue technische Entwicklungen.
Kooperationen für zusätzliche Übertragungswege
Die neuen Spectrum-Sharing-Verbindungen zwischen Deutschland und den Niederlanden ergänzen bereits bestehende Übergänge des X-WiN zu anderen europäischen Forschungsnetzen (NRENs). NRENs sind nicht nur für ihre nationalen Infrastrukturen verantwortlich, sondern arbeiten auch eng über Ländergrenzen hinweg zusammen. Sie teilen Kapazitäten, stimmen ihre Netze aufeinander ab und entwickeln gemeinsam neue Lösungen. GÉANT spielt dabei eine zentrale Rolle: Das europäische Backbone-Netz verbindet die NRENs in Europa miteinander und mit Forschungsnetzen weltweit – und schafft so die Grundlage für vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Digital Hub Amsterdam: Der DFN-Verein investiert Netzwerktechnik am niederländischen Peering-Standort. Foto: Stefan Piger, DFN
Neben der Verbindung zu GÉANT hat der DFN-Verein bereits Peerings mit dem polnischen Forschungsnetz PCSS, dem nordischen regionalen Forschungsnetzverbund NORDUnet – einem Zusammenschluss der Forschungsnetze DeiC (Dänemark), Funet/CSC (Finnland), RHnet (Island), Sikt (Norwegen) und Sunet (Schweden) – sowie dem Schweizer Forschungsnetz SWITCH in Betrieb genommen.
Lesen Sie auch den Artikel „Fit für die Zukunft – Technik-Upgrade im X-WiN“ in der Ausgabe 107 der DFN-Mitteilungen.